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Dschungelgarten

Das milde Klima in Freiburg bietet die Möglichkeit, ein subtropisches Ambiente mit exotischen Pflanzen zu schaffen, also Pflanzen zu verwenden, die hierzulande zumindest als Gartenpflanzen unbekannt sind oder bei denen sofort angenehme Assoziationen mit dem Süden geweckt werden, wie die Hanfpalme und die Faserbanane, Musa basjoo. Einige tropisch wirkende Pflanzen sind an geeigneten Standorten zuverlässig winterhart, andere so beeindruckend, dass sich auch als Einjährige lohnen, wie die südamerikanischen Salbei, die oft bis in den Dezember blühen und teilweise gute Chancen haben, mehrere Winter zu überstehen. Durch Kombination sommer- und immergrüner, schnell- und langsamwachsender Bäume, Sträucher und Stauden lassen sich ganzjährig interessante Gärten schaffen, die je nach Schwerpunkt auch sehr pflegeleicht sein können. Ideal geeignet sind Innenstadtlagen, alte Gärten mit Baumbestand und Gärten in Kombination mit moderner Architektur, vor allem in Gegenden mit milden Wintern.

- Erlebnis für alle Sinne statt Rasen- und Pflastertristesse
- Kombination von Formalität und Naturhaftem möglich
- kostengünstigste Möglichkeit, verwilderte Gärten zu "rekultivieren"
- in alten Gärten reichen oft wenige Pflanzen für völlig neues Erleben
- diverse ökologische Vorteile, siehe Text unten

Ich bin immer wieder erstaunt, wie häufig Bananen oder Palmen ein trostloses Dasein inmitten einer Rasenfläche führen müssen, wo sie vom Wind zerzaust werden und reichlich wenig einladend wirken. Die riesigen Blätter der Banane sind extrem windanfällig und die Hanfpalme eigentlich ein Waldbewohner, der sehr viel Schatten, aber bei Frost keine Sonne ertägt.
Wie viel schöner wäre es, diesen Pflanzen eine ganze Gartenecke oder einen Innenhof zu widmen, sie mit anderen Strukturpflanzen, mit Dauerblühern und Duftpflanzen zu kombinieren und so ein kleines Paradies zu schaffen, in dem man Abends mit Freunden die Freiburger Tropennächte genießen kann?

Mit einer Mischung aus exotisch wirkenden, laubwerfenden und immergrünen Pflanzen die teilweise jeden Winter überstehen und teilweise etwas heikler sind, sowie einigen einjährigen bzw. nicht frostharten Pflanzen lässt sich an geeigneten Plätzen mit wenig Aufwand ein bezaubernder Dschungel schaffen. Alte Laubbäume können mit der richtigen Auswahl an Kletterpflanzen und Unterpflanzung leicht wie Urwaldriesen wirken und Teil einer kleinen Oase in der Stadt sein.

Besonders üppig und natürlich wirken exotische Pflanzen in Kombination mit Kletterpflanzen, sei es nun der grüne Hintergrund einer Fassadenbegrünung mit Wein oder Efeu oder als Blütenwunder wie die Clematis oder viele tropische Kletterpflanzen, die teilweise auch bei uns eine unfassbare Wuchsleistung haben und nicht alle so frostempfindlich sind wie man glaubt; so gibt es eine weiß blühende Glockenrebe, die in Freiburg und weiten Teilen Deutschlands voll frosthart ist und ab dem zweiten Jahr locker mit der Wuchsleistung der bei uns als einjährigen gezogenen Cobaea scandens mithalten kann.

Auch die Verbindung mit Wasser ist sehr spannend und sinnvoll, da durch eine üppige Uferbepflanzung das tropische Ambiente noch unterstrichen wird. Außerdem überleben einige subtropische Sumpfpflanzen bei außreichend tiefer Pflanzung im Wasser auch deutsche Winter, z.B. die Lotosblume.

Wer die Funktionalität des Urban Farming bzw. Permakultur ästhetisch nahtlos im Garten integrieren möchte, kann im Weinbauklima mit Bambus, Kaki, Kiwi sowie bisher unbekannten fruchttragenden (Kletter-) Gehölzen, Ginseng, Ingwer, Udo und anderen nutzbaren Stauden völlig neue Gartenbilder schaffen.
Der ökologische Wert einer solchen Pflanzenkombination ist viel höher als der einer klassischen Hecken-Rasen-Beet-Kombination, oder vieler landwirtschaftlicher Flächen. Zahlreiche Tiere finden auf verschiedenen Etagen Verstecke und Nahrung und es ist interessant, wie gerne Bienen, Hummeln und Schmetterlinge `fremde´ Pflanzen anfliegen, wenn die Blüten bestimmte Merkmale erfüllen.
Da die Realität außerhalb der Städte meist wesentlich trister ist, als es die menschlichen Vorstellungen von der ländlichen Idylle und die Lebensraumansprüche der meisten Tier- und Pflanzenarten vorgeben, kommt es heute zu so paradoxen Situationen, dass Bienen in Städten wie Paris, London oder Berlin bis zu zehn Mal so viel Honig produzieren wie andere Völker auf dem Land. Einige Schmetterlingsarten werden Sie eher auf einer artenreichen Dachbegünung oder an exotischen Balkonpflanzen sehen, als in Feld und Flur. Einige hierzulande unbekannte Exoten sind hervorragende Bienenweiden.
Außerdem passen frühblühende einheimische Stauden perfekt als Lückenfüller, bevor wärmeliebende Stauden wie der japanische Ingwer austreiben. Für verwilderte Gärten mit gutem, aber "Unkraut"-reichem Boden kann die Zwischenpflanzung von begehrten, über die jeweiligen Wildpflanzen hinauswachsenden Gartenpflanzen der günstigste Weg sein, einen ökologisch wie okonomisch unsinnigen Bodenaustausch zu verhindern und trotzdem einen Garten zu erhalten, der auch bei Gästen Begeisterung hervorruft.
Besonders Innenhöfe und andere Plätze mit Schutz vor zu viel Wintersonne sind geeignet, mit einigen Immergrünen und Winterblühern ganzjährig ein Urlaubsgefühl hervorzurufen, während an vollsonnigen Standorten nur wenige immergrüne Pflanzen verwendet werden können, da die Frosttrocknis die Hauptgefahr darstellt. Dafür kommen hier die LiebhaberInnen üppiger Blütenpflanzen auf ihre Kosten.
Den extremen Februar 2012 haben die Hanfpalmen im Schatten teils ohne Schäden überstanden, in der Sonne sind dagegen selbst so `deutsche´ Pflanzen wie Kirschlorbeer und Rosen schwer geschädigt worden.
Zumindest überleben im Weinbauklima viele beliebte Pflanzen aus dem Süden wie Rosmarin oder Blaue Passionsblume eher im Garten als in der Wohnung, Zitronen und Oleander bleiben aber weiterhin ein Privileg für diejenigen, die einen kühlen Raum zum Überwintern haben.
Aber es gibt ja auch die schönen unbekannten, die am richtigen Platz winterhart sind und viele Überrschungen bieten, mehr dazu in meinem Schaugarten.

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